Montag, 27. Juli 2015

Die Westküste kann beginnen

Wir waren jetzt genau zwei Wochen in Broome.


Hier waren es täglich um die 30 Grad, purer Sonnenschein und es gab keine einzige Wolke. perfektes Wetter um am Strand zu liegen und das haben wir wirklich zwei komplette Wochen am Stück geschafft :D




Uns ist aufgefallen, dass es im Süden der Westküste, Richtung Perth, noch ziemlich kalt ist (17 Grad). Darum mussten wir uns etwas einfallen lassen, um Zeit zu schinden.
Erst wollten wir uns nach einem Job in Broome umgucken, was aber durch die super hohe Anzahl der Backpacker dort gar nicht funktioniert hat. Also gingen wir jeden Morgen auf Jobsuche und legten uns danach an den Strand bis zum Sonnenuntergang, zwei Wochen lang..





Am letzten Tag hatten wir immer hin einen ein Tages Job beim Pferderennen in Broome.
Wir waren alle als "Cleaner" eingesetzt und sollten den ganzen Tag die leeren Flaschen und Müll von denn Gästen aufsammeln und Weg räumen.
Zum Pferderennen kamen natürlich sehr viele Schicki-Micki Leute, oder welche dieblich einfach nur so verhalten haben.
Das war sehr lustig anzusehen, aber teilweise auch nervig weil viele von denen dachten, sie seien die Queen höchst persönlich. So durfte man dann oft mal Flaschen aufsammeln, die einem direkt vor die Füße geworfen wurden oder wurde behandelt wie einfach nur ein "Müllaufsammler" :D





Es war trotzdem ein gutes Erlebnis und erst Recht cool, wenn man in der VIP Lounge aufräumen durfte und neben dem Super Blick aufs Rennen, auch noch etwas Essen abstauben kann.
Die Bezahlung war ziemlich gut und wir haben uns an einem Tag einfach mal so 180$ dazu verdient.

Jetzt hatten wir aber genug von Broome und wir haben uns entschieden die Küste sehr langsam herunter zu fahren und hier und da sehr viel Zeit zu verbringen, bis es in Perth hoffentlich ein wenig wärmer wird. Vielleicht findet sich auf dem Weg ja noch etwas Arbeit.
Falls alles nicht klappt und wir in Perth im kalten sitzen, haben wir auch schon einen super Plan:

Wir buchen uns einen günstigen Flug nach Bali (ca.120$ pro Weg) und verbringen dort einfach noch zwei Wochen. Das Essen ist viel günstiger als in Australien und die Unterkünfte Kosten fast nichts. Vielleicht spart man dann dort sogar noch Geld :D. Zu dem ist in Indonesien auch gerade dry Season und somit die beste Reisezeit im Jahr.

Ein kleines Problem könnte nur unser treuer Igor sein, den wir in der Zeit irgendwo sicher abstellen müssen.
Aber so weit ist es ja noch nicht.

Als nächstes kleines Ziel haben wir uns Port Hedland gesetzt, was diesmal nur ca. 600 km entfernt ist. Die Entfernungen sind an der Westküste etwas größer als an der Ostküste, aber so schlimm wie im Outback ist es immerhin nicht mehr.
Von Port Hedland aus, möchten wir in den Karijini National Park fahren, welcher mal wieder einer der schönsten in Australien sein soll.

Danach geht es dann nach Exmouth ans Ningaloo Reef zum Schnorcheln.
Dafür haben wir uns gestern extra schon eigene Wetsuits im Internet bestellt und diese ans Post Office dort geschickt, sollte also alles perfekt bereit liegen bei unserer Ankunft in ca. 1200 Km.

Wir schauen mal, was sich bis dahin alles tut.

Das ist hier ist übrigens das älteste, noch intakte, Frei-Licht Kino der Welt in Broome:


Und hier unser täglicher Schlafplatz auf einem Rastplatz nicht weit entfernt mit ca. 50 anderen Vans:




 Ein kleiner Waldbrand mitten in der Stadt gehört hier, durch die Trockenheit, auch fast schon zum Tagesablauf:



Kamele am Strand:


Hier trifft das Outback aufs Meer:




Montag, 13. Juli 2015

Ankunft an der Westküste

Vor zwei Tagen sind wir nun endlich in Broome an der Westküste angekommen!
Wir sind jetzt insgesamt ca. 5000 Km in den letzten zwei Wochen gefahren und haben neben unendlichen Weiten des Outbacks und vielen Bäumen auch zahlreiche interessante und Sehenswerte Sachen gesehen.
Das Outback sieht komplett anders aus als wir es uns vorgestellt haben.
Es gab kaum Bereiche, in denen es wirklich nur Sand oder Erde gab.
Die meiste Zeit waren die Landschaften links und rechts mit Bäumen und Sträuchern ubersäht. Hin und wieder gab es große Steinformationen und sogar Flüsse oder Seen. Je weiter man ins Landesinnere kommt, desto roter wird die Erde und die komplette Umgebung.






Unser Van hat jetzt einen Schleier aus feinem roten Sand, innen so wie außen :D
Zum Glück hatten wir keine ernsthaften Probleme, bis auf den Kofferraum der sich direkt am ersten Tag mal dachte nicht mehr aufgehen zu müssen. Leider war das komplette Essen dort drin. Aber den konnte ich zum Glück relativ einfach wieder aufbekommen und mitten im nirgendwo reparieren (zum Glück gibt es Panzertape!).
Jetzt sind wir in Broome und es gibt endlich wieder ganz viel Sonne, Strand und Meer.






Geplant haben wir vorerst mal gar nichts, außer jeden Tag am Strand zu verbringen.
Mit der Zeit wollen wir ganz langsam die Küste herunter fahren, bis wir irgendwann in Perth ankommen. Dort ist es aber im Moment noch recht kalt und daher haben wir ganz viel Zeit.
Man hat immer gehört, dass die Westküste viel schönere Landschaften als die Ostküste haben soll und das hat man am ersten Tag direkt schon gesehen.
Im Westen geht die Sonne unter und das haben wir uns am ersten Tag natürlich nicht entgehen lassen.
Hier kommen gegen fünf Uhr Nachmittags ganz viele Leute mit ihren Klappstühlen und Snacks an die Promenade.




Wir haben sogar Delphine in den Sonnenuntergang springen sehen!


Broome war früher die Perlenhochburg Australiens und hier kann man noch ganz viele Überreste davon sehen.
Mit diesen Anzügen sind die Perlentaucher früher viele Meter tief im Meer versunken um Austern zu sammeln.



Wir genießen hier erst einmal die Zeit und schauen wie es weiter geht. Pläne ändern sich eigentlich immer ganz schnell.

Donnerstag, 9. Juli 2015

Kakadu und Litchfield National Park

Vor unserer Ankunft in Darwin ging es in den Kakadu National Park. Dieser soll einer der schönsten Nationalparks in ganz Australien sein und er ist mit einer Fläche von Litauen nicht gerade klein.

 
Dort gibt es sehr viele Wanderwege zu Wasserfällen und wunderschönen Aussichtspunkten.
Manche Straßen sind nicht asphaltiert und ein richtiges Abenteuer für uns und vor allem das Auto :D


Der Kakadu Nationalpark war ziemlich weitläufig und man musste teilweise weite Strecken fahren um zum nächsten Wasserfall zu kommen.
Es hat sich trotzdem immer wieder gelohnt. Wir wanderten Stundenlang durch Felder und Wälder, kletterten über riesige Steine und kamen am Ende an richtig schönen Landschaften und Wasserfällen an.




Abends haben wir ein Lagerfeuer gemacht und Marshmallows gegrillt.
Nervig waren oft die Bushflies, kleine Fliegen welche einem immer ins Gesicht fliegen um an Flüssigkeit zu kommen. Sehr nervig und auch eklig.
Am letzten Tag sind wir zu einem Bekannten Aussichtspunkt "Ubirr" gefahren. Dieser grenzt an das "Arnhemland", welches immernoch von den dort lebenden Aboriginies bewacht wird und in das man nur mit einer Genehmigung fahren darf. Es werden dort teilweise sogar kleine Grenzkontrollen durchgeführt.
Oben vom Aussichtspunkt hat man einen 360 Grad Ausblick auf beide Seiten der Landschaften. Im Rücken die roten Felsen des Kakadu Parks und vorne die flache und unberührte, grüne Landschaft  des am Meer grenzenden Arnhemlandes.
Um den Aussichtspunkt drumherum gibt es sehr viele alte Felsmalereien der Aboriginies zu bestaunen. Diese sind teilweise noch echt gut erhalten. Viele erzählen Geschichten oder deren Lebensarten.



Nach zwei Tagen sind wir dann endlich in Darwin angekommen.
Die Stadt liegt an der nördlichen Küste Australiens und drum herum gibt es wirklich gar nichts.
Relativ schön war die Stadt aber trotzdem, man hat dort alles was man braucht. So gingen wir am ersten Tag direkt mal feiern.
Der nächste Tag war dann zum entspannen da, den wir in einem kostenlosen Wasserpark mit riesigen Rutschen verbrachten. Kostenlos wohl daher, da die Temperaturen hier im Sommer auf bis zu 45 Grad steigen und man durch die Krokodile nicht ins Meer sollte. Auch jetzt im Winter sind es hier noch angenehme 32 Grad.

Nach drei Tagen in Darwin machten wir uns dann zum Lifchfield Nationalpark auf. Dieser ist weitaus kleiner als der Kakadu Nationalpark und viel grüner. Es ist nicht so weitläufig und es gibt sehr viele Wasserfälle in denen man Baden kann.
Wir wanderten auf die Spitze eines Wasserfalles, wo man oben direkt an der Kante in einen natürlichen Pool springen konnte.

Bevor wir dort ankamen, machten wir einen Halt am Adelaide River, um eine der berühmten "Jumping Crocodile" Touren zu machen. Diese dauert nur eine Stunde und ist mit 35$ gar nicht so teuer.
Hier fährt man mit dem Schiff den Fluss herauf, bis ein großes Krikodil gesichtet wird. Dieses wird dann mit einer großen Angel und einem Stück Fleisch zum Springen aus dem Wasser animiert. Wir haben sehr viele große Salzwasser Krokodile gesehen und sogar noch etwas über sie gelernt.

Im Vergleich zum Kakadu Nationalpark, hat mir der Litchfield Nationalpark besser gefallen, da man hier nicht erst stundenlang fahren muss um zur nächsten Attraktion zu kommen und die Landschaften trotzdem alle wunderschön sind.



Das hier sind übrigens Termiten Nester. In diesen steinharten Felsen lebt jeweils eine Kolonie.



Auf unserem Weg durch die trockenen und endlosen Straßen hier im Northern Territory haben wir sogar riesige Waldbrände gesehen, welche teilweise direkt neben der Straße brennen. Komplett vermeiden lässt sich so etwas hier nicht und darum werden viele einfach brennen gelassen, weil man sie gar nicht alle löschen kann. Auf vielen Gebieten wohnen zum Glück keine Leute oder Tiere und dann wachsen die Pflanzen nach dem Brand einfach wieder nach.





Jetzt haben wir genug vom staubigen und trockenen Northern Territory und machen uns auf den Weg an die Westküste nach Broome. Weitere 1700 Kilometer quer durchs Outback.. Dann gibt es hoffentlich wieder ganz viel Sonne, Strand und Meer.

Da ich im Moment mal wieder kaum Internet habe und viele Bilder noch auf der Kamera sind, werde ich diese in den nächsten Tagen zusätzlich hinzufügen.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Durchs Outback nach Darwin

Nach fünf Tagen und ca. 2600 Km sind wir heute endlich in Katherine angekommen.
Katherine liegt direkt neben dem Kakadu National Park, welchen wir ab morgen besuchen wollen.
Auf unserem langen Weg haben wir neben todes Langeweile auch sehr viel erlebt!
Am ersten Tag durch die Atherton Tablelands ging es zu den eiskalten Josephine Falls und den Millaa Millaa Falls.


Die Josephine Falls bestehen aus riesigen glatten Felsen, welche man mit der Strömung herunter rutschen kann.
Das Wasser war eiskalt, da wir mittlerweile australischen Winter haben.
Wir haben uns aber trotzdem hinein getraut und es auf keinen Fall bereut.


Danach ging es zu den Milla Milla Falls.
Diese liegen am Ende der Tablelands ganz oben auf dem Berg und sind sehr schön anzusehen. Hier sind wir aber nicht mehr ins Wasser gegangen, da es einfach nur noch kälter war.


Nach atemberaubenden Wasserfällen und grenzenlosem Wald konnte es dann endlich auf ins Outback und nach Darwin gehen.
Wir waren sehr gespannt wie sich die Umgebung und die Straße verändert. Vor allem wann die "Grenze" von Wald und Outback kommt.
Nach ca. 100 Km wechselte die Umgebung dann schlagartig von Wald zu dürren Gräsern und Bäumen. So blieb es dann und wurde nur noch trockener und leerer. Erstaunlich war, dass es auch mitten im Outback immer noch von Bäumen wimmelte. Es sah nicht wirklich aus wie auf den Bildern die man sonst immer im Internet sieht.
Unsere erste Nacht verbrachten wir mitten im nirgendwo neben einem einsamen Toiletten Häusschen.
Komisch war, dass man wirklich keine Geräusche mehr hört, es war als hätte man Oropax in den Ohren und die Sterne wurden super klar und leuchtend. Es war einfach nichts mehr um uns drum herum, hunderte Kilometer leere.


So ging es dann Tag für Tag weiter und die Landschaft veränderte sich nur langsam. Insgesamt gab es wirklich super viele Bäume.




Am Straßenrand lagen alle paar Kilometer Tote Kängurus und manchmal sogar Tote Rinder was ziemlich krass war, aber die Tiere laufen in der Nacht einfach auf die Straße und werden dann von den riesigen Roadtrains überfahren.
Die Roadtrains sind ca. 50 Meter lang, haben bis zu fünf riesige Anhänger und rasen mit 100 Km/h über die Straßen.


Überall gibt es Termiten-Hügel, mal klein, mal riesen groß, mal aus rotem Sand und auch mal einfach nur grau.



Tagsüber sind es um die 30 Grad und die Sonne brennt einfach nur.
Überall sieht man abgrebrannte Gebiete die manchmal sogar noch qualmen.
Nachts wird es dann super kalt und man friert richtig wenn man im Auto schläft.

Es gibt außerdem auch nur kaum Wolken und wenn, dann sehen sie aus als wären sie Hunderte von Kilometern entfernt.


Nach ca. 1200 Kilometern kamen wir in Mount Isa an, einer Stadt mit 20000 Einwohnern mitten im Outback. Hier gibt es sehr viele Minen und sogar einen Supermarkt in dem wir nochmal einkaufen konnten.
Sogar Tanken konnten wir hier recht billig und mit unserem vollem Gas und Benzintank und noch einem Ersatzkanister mussten wir erst hier zum ersten Mal nach tanken.
Sogar warme Duschen konnten wir dank Wikicamps auf unserer Tour finden.


Mitten auf unserer Strecke sahen wir mitten im Outback zwischen Alice Springs und Darwin einen alten Mann an der Straße gehen.
Wir hielten schlagartig an und fragten ihn ob er Hilfe bräuchte.
Er meinte aber nur das alles bestens wäre und erklärte uns, dass er aus Fremantle (neben Perth), tausende Kilometer entfernt kommt und einmal um Australien geht!

 
Er heißt Mike, ist 74 Jahre alt und möchte mit seiner Aktion Spenden für die Arthritis Stiftung sammeln. Er hat nichts dabeinaußer seinen kleinen Trolley mit Wasser, etwas zu Essen und einem Zelt. Ich glaube ihn habe ich vor paar Jahren auch schonmal bei Galileo gesehen. Pro Tag geht er ca. 40 Kilometer. Und da sollte man denken im Outback würde man nicht viel erleben..
Mehr darüber kann man hier erfahren:

Gestern Abend waren wir dann noch  Daly Waters Pub. Hier hängt jeder Gast etwas persönliches von sich auf und so füllt sich langsam alles mit lustigen Gegenständen.



Hier trafen wir wie es auch kommen musste ein paar Freunde aus Cape Tribulation wieder, welche uns am nächsten Tag noch ein paar Hunder Kilometer begleiteten.


Heute Morgen waren wir an den Mataranka Hot Springs, welche eine Temperatur von 34 Grad haben.
Keine wirkliche Abkühlung bei 30 Grad Außentemperatur, aber trotzdem echt angenehm.


Nebenan ging es zu den Bitter Springs, einem Glas klaren Fluss in dem man sich in aller Ruhe treiben lassen kann.




So kamen wir dann heute endlich in Katherine an.
Hier gibt es endlich wieder relativ günstigen Sprit und wir könnten auch wieder in den Woolworth einkaufen gehen.
Was einem negativ auffällt, sind sehr viele Aboriginies, die leider alle ziemlich komisch sind.
Viele von ihnen liegen unter Drogen-, oder Alkohol Einfluss mitten auf dem Bürgersteig oder Rennen verwirrt herum.
So interessant sie eigentlich auch sind, wirklich reden möchte man mit denen nicht und die ganze Atmosphäre ist sehr beängstigend.

Beim Tanken haben wir dann erfahren, dass heute "Territory Day" ist.
Das ist so viel wie Silvester im nördlichen Australien. Da es hier am richtigen Silvester viel zu heiß und trocken ist und wegen der Brandgefahr kein Feuerwerk gemacht werden darf, wird die ganze Sache einfach bei immernoch 30 Grad, im Winter, am 1.Juli nachgeholt. Heute darf von 18 Uhr bis Mitternacht so viel geböllert werden wie es geht. Das ist mal ein toller Abschluss unserer langen Reise.


Morgen geht es für ca. Zwei oder drei Tage in den Kakadu National Park und danach für einen kurzen Abstecher nach Darwin, bevor wir über den Litchfield National Park ca. Weitere 1500 Km bis an die Westküste fahren wollen.